Heute morgen haben wir gepackt, gefrühstückt, ein Beutelchen mit Nordseesand gefüllt und dann um 10 Uhr die Fähre aufs Festland genommen. Gemütliches Fahren, Pause in Flensburg, gegen 12 Uhr dort wieder weg - auf der A7 sollte zwischen Hamburg und Hannover ein LKW-Unfall mit entsprechendem Stau sein, wir sind hinter dem Elbtunnel in Richtung Lüneburg abgebogen und über die B4 nach Hause gefahren. Knappe vier Stunden von Flensburg aus benötigt, ohne weitere Pause durchgefahren.
Jetzt bin ich fix und fertig, der Südpol schmerzte seit halb zwei, ich habe steife Knochen und freue mich schon auf mein Schmerzmittel.
Zuhause ist alles beim Alten, Oliver hat sich richtig ins Zeug gelegt und bevor er mich am Samstag besuchen kam noch ordentlich gewühlt. Nun muss ich mich wieder umgewöhnen, den Kaffee selber kochen und so. Dafür habe ich jetzt wieder Sachen, auf die ich mich richtig gefreut habe: Zum Beispiel eine schnelle und stabile Internetverbindung.
Mein Antivirenprogramm motzt herum, seit mehr als vier Wochen wurde keine vollständige Systemprüfung mehr durchgeführt. Dann will ich's mal laufen lassen und mich erholsamerweise in die Waagerechte begeben.
Heute haben wir unsere private Inselrundfahrt genossen. Oliver wollte gerne noch mal - wie am Samstag - in das Pfannkuchen-Haus und dort einen "Friesenprinz" verspeisen, das ist ein Pfannkuchen mit Pflaumenmus und Schlagsahne, jedoch hat das Restaurant, das ganz gross mit täglichen Öffnungszeiten von 11 - 23 Uhr wirbt, im Winter Montags und Dienstags geschlossen.
Ich erinnere mich an einen Besuch dort vor ein paar Wochen: Kurz nach 20 Uhr wurden wir gefragt, ob wir noch Wünsche hätten, denn man würde jetzt gerne den Koch nach Hause schicken und das Restaurant schliessen. Oh.
Ersatzweise sind wir dann noch einmal in die Milchbar gegangen, in der wir uns gestern schon ein Stück Friesentorte geteilt hatten. Wie, Ihr wisst nicht, was eine Friesentorte ist? Macht nix, vor meinem Aufenthalt auf Föhr wusste ich's auch nicht. Auf einen Blätterteigboden wird Pflaumenmus gestrichen, darauf kommt dann etwa 5 Zentimeter hoch Schlagsahne, obenauf liegt ein Deckel aus Blätterteig. Mjam, sehr lecker! Teilen mussten wir gestern, weil nur noch ein einziges Stück erhältlich war. Heute gab es eine Waffel für jeden, für Olli mit Amarenakirschen und Sahne, für mich mit Vanilleeis und Eierlikör.
Olli hat fast ein schlechtes Gewissen, da er meine sechs Wochen andauernden Diätbemühungen an zwei Tagen wieder zunichte gemacht hat - meint er, finde ich gar nicht. Auch der Besuch gestern abend beim Griechen um die Ecke (Grillteller mit einer Metaxasauce, in der ich baden könnte!) macht mir keine Sorgen. Ich konnte einfach zum Abendessen kein Brot mehr sehen, mal braucht der Mensch etwas Abwechslung. In der zweiten Woche meines Kuraufenthaltes waren wir im Pfannkuchen-Haus und beim Chinesen, in der dritten und vierten Woche jeweils einmal beim Italiener.
Nach dem Frühstück gab es einen kleinen Spaziergang, das Mittagessen haben wir dann allerdings verschlafen. Gegen 14 Uhr sind wir zu einem längeren Spaziergang aufgebrochen, eine Viertelstunde später fing es an zu regnen. Am Strand entlang sind wir nach Wyk hineingelaufen, haben dort nach dem Besuch der Milchbar einen Schaufensterbummel gemacht und sind tüchtig nass geworden.
Einige Geschäfte hatten auch geöffnet, unter anderem das einzige, in dem Earbags erhältlich sind. Prima, immer wenn ich im Städtchen war, hatte dieser Laden geschlossen - aber heute habe ich mir diese genialen Ohrentütchen kaufen können. Oliver wollte auch gerne welche haben, nun rennen wir beide mit in dunkelblauem Fleece warm eingepackten Ohren durch die Gegend und sehen vielleicht etwas albern aus. Das macht uns gerade garnichts aus, Hauptsache die Ohren bleiben warm.
Ein wunderbarer, fast schon frühlingshafter Sonntagmorgen.
Der Wind weht leicht und nicht so eisig wie in den Tagen zuvor, die Sonne zeichnet leicht rosafarbene Streifen an den Himmel, einige Flugzeuge versuchen mit Kondensstreifen, der Sonne Konkurrenz zu machen. Das Meeresrauschen - gerade ist Hochwasser - passt wunderbar dazu.
Am liebsten würde ich Olli jetzt aus dem Bett werfen und noch vor dem Frühstück einen kleinen Spaziergang am Strand machen. Leider habe ich verschlafen und mein Schmerzmittel mehr als eine Stunde zu spät eingenommen. Nun muss ich auf die Wirkung warten - der Südpol tut zu sehr weh, als dass ich mich wie gewünscht bewegen könnte. Also doch besser noch bis nach dem Frühstück mit dem Spaziergang warten.
Wir hatten abgemacht, dass ich Oliver um halb acht anrufe - falls er den Wecker im Schlaf abschaltet und weiterschläft, sollte ich ihn so wecken. Vor fünf Minuten allerdings rief er mich an und berichtete, dass er nun losfahren würde. Bestimmt kommt er gut durch und schafft die Fähre um halb eins. Das Wetter scheint nicht wirklich auf unserer Seite zu sein: Es wird vor gefrierendem Regen und Glatteis im gesamten Norden gewarnt. Ich bin wahnsinnig aufgeregt und könnte herumhüpfen wie ein Gummiball. Nur ein paar Stunden noch, dann ist mein Olli wieder bei mir.
Heute vormittag muss ich noch ins Städtchen, die Apotheke hatte gestern das mir von der Ärztin empfohlene Mittelchen nicht vorrätig und wollte es für mich bestellen.
Inzwischen weiss ich auch, was mir am heutigen Datum so sehr bekannt vorkommt: Papa wäre heute 73 Jahre alt geworden. Gar nicht weit von hier haben wir ihn seebestatten lassen. Bestimmt werde ich heute öfter mal an Papa denken, für Trauer ist allerdings in meiner Gefühlswelt momentan kein Platz. Ist bestimmt auch besser so.
Der Wäschetrockner kostet pro Stunde einen Euro.
Wenn jemand keine Euro-Münze hat, ist das kein Grund dafür, die Wäsche eines anderen Menschen einfach noch feucht aus dem Trockner in den Wäschekorb zu werfen und seine eigene Wäsche dafür in den Trockner zu legen.
Ich bin stinksauer.
Heute läuft eine Art Narana-Verwöhnprogramm: Bereits um 7 Uhr hatte ich meine Massage inklusive der Schlickpackung, später am Tag wird mir noch ein Rosmarin-Sprudelbad gegönnt. Eventuell gehe ich auch noch Schwimmen.
Meine Wäsche habe ich noch vor der Massage in die Waschmaschine geworfen, inzwischen dreht sie im Trockner schon ihre Runden. Warum ich so kurz vor der Abreise noch Wäsche mache? Ganz einfach: Ich bin in Kleckerunfällen ganz gross. Mir am Tisch gegenüber sitzt Ulrike, die Büroleiterin vom Düsseldorfer Kommödchen, sie findet grossen Gefallen an meinen Kleckereien und wir scherzen bei jeder Mahlzeit, egal ob diese unfallfrei oder mit Flecken auf dem T-Shirt endet.
Morgen vormittag möchte ich nach Wyk, ein paar Krabben für das morgige Abendbrot einkaufen. So ein Kühlschrank im Zimmer ist eine ungemein praktische Sache. Je nachdem, welche Fähre Oliver bekommt, hole ich ihn dann direkt am Hafen ab oder erwarte ihn hier an der Klinik. Erwähnte ich schon, dass ich mich auf ihn freue? Ich bin im Moment so aufgedreht, bestimmt bin ich für andere unerträglich. Die CD mit der Anleitung zur progressiven Muskelentspannung liegt schon bereit, die PM ist einfach notwendig.
Tischnachbarin Bärbel ist heute morgen abgereist. Der Platz ist nicht neu belegt worden - ab Samstag wird Oliver zu den Mahlzeiten dort sitzen.
Das Abschlussgespräch war gut und informativ, die Ärztin empfahl mir ein Gel, was ich unbedingt ausprobieren soll, um irgendwann wieder ein halbwegs normales Leben führen zu können. Eine Wiedereingliederung in den Job nach dem Hamburger Modell könnte ab Mai in Angriff genommen werden; nicht nur aufgrund der leider nicht wirklich in den Griff zu bekommenden Inkontinenz würde sie einen Home-Office-Arbeitsplatz für mich befürworten.
Es sind viele neue Gesichter in der Klinik zu sehen, einige sind auch mit dem Auto angereist: Der Klinik-Parkplatz ist voll belegt.
Ich freue mich so sehr auf Samstag!
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Kommentare
Do, 08.07.2010 16:48
auch dir alles alles G [...]
Do, 08.07.2010 10:23
Auf die Politik ist eb [...]
Di, 06.07.2010 22:12
Ich wünsche dir eine s [...]
Di, 06.07.2010 19:48
Gebloggt hast du, so v [...]
Di, 06.07.2010 12:37
ich wünsche dir ein wu [...]
Sa, 22.05.2010 11:22
Ohja, gestern hatten w [...]
Fr, 21.05.2010 15:41
Heute wurde bei uns ge [...]