Auch nachdem einige Tage vergangen sind, seit ich diesen Artikel über Intimchirurgie gelesen habe, kann ich meine persönliche Meinung und Gefühle anscheinend nicht richtig ausdrücken.
Direkt beim Lesen hatte ich - tatsächliche und real existierende - Schmerzen am Südpol, und zwar nicht zu knapp. Mit zahlreichen Schnitten und Nähten im Intimbereich kenne ich mich nämlich leider aus, und das sowahr nicht aus Jux und Dollerei. Wenn ich wollte, könnte ich berichten, dass in den letzten zweieinhalb Jahren nach der Operation kein einziger Tag verging, an dem ich tatsächlich und absolut schmerzfrei war. Auch könnte ich über Nervenschädigungen mit Taubheitsgefühlen und Missempfindungen oder sexuelle Funktionsstörungen halbe Bücher schreiben, wenn ich wollte. Um es noch dramatischer klingen zu lassen, könnte ich sagen: Ich hatte mal ein normales Leben. Nun lebe ich immerhin noch, das ist doch auch was. Wer diesen Unterschied nicht begreift, darf gerne mal einige Tage mit mir tauschen.
Noch immer fehlen mir die Worte. Sobald ich den Artikel aufrufe - und das mache ich aus Entsetzen wieder und wieder - schwirrt mir nur eines im Kopf herum, wie eine Achterbahn. Herr, vergib ihnen - denn sie wissen nicht, was sie tun. Und das, obwohl ich nicht mal gläubig bin.
Habt Ihr eine Meinung dazu? Irgendwelche Anmerkungen, auf die ich vielleicht leichter eingehen könnte?
Olli sagt, ich wär' kreidebleich. Keine Frage: Schockig.
Gerade sah ich im Fernsehen meinen vor Jahren im Ausland verschollenen Ex-Mann einen rumänischen Fussballspieler retten. Mir ist ganz schlecht jetzt.
Puh, das war knapp. Zwei Stunden Minuten habe ich gedrückt und beatmet; ganz alleine, denn der Fliessband-Chirurg und Computer-Anästhesist ist noch auf Schicht. Man stelle sich vor: Da will ich ganz unbedarft und ohne weitere Hintergedanken mal das Notebook einschalten, und das Miststück rührt sich nicht. Kein Schnaufer, kein Aufblinken, nicht eine einzige Leuchtdiode geht ihrer Bestimmung nach. Panik!
Den Mann während seiner Pausenmilch telefonisch gestört und gebeichtet: "Ich hab's umgebracht!" Aber eigentlich ist es dann doch ganz von alleine gestorben, wie mir Oliver erklärte. Umgebracht haben hätte ich es können, wenn ich es geerdet hätte, aus 'nem guten Meter Höhe ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass es heile bleibt. Ersäuft, beispielsweise in Orangensaft oder Milchkaffee, habe ich es auch nicht. Also kein Grund für ein schlechtes Gewissen.
Und ich solle mal den Akku rauspfriemeln und nach 'ner guten halben Stunde wieder einsetzen, Strömlinge anstöpseln und gucken, ob's nach Knopfdruck wieder mit mir sprechen will. Da traut er mir 'ne Menge zu, finde ich. Die Chance, irgendetwas anderes auszubauen und den Akku links liegen zu lassen, ist dann doch zu hoch für mein nicht vorhandenes Technikverständnis. Trick siebzehn ist mir lieber: Ich ziehe das Netzkabel, warte Olivers vorgeschlagene halbe Stunde ab und vergesse dann erst einmal, dass die halbe Stunde um ist.
Nun gerade, als mir das Buch aus der Hand gefallen ist, fiel mir auch das Notebook wieder ein. Es bekam also wieder Anschluss und siehe da - es rennt. Es stimmt also doch: Einschalten erhöht die Empfindlichkeit des Gerätes. Wenn es denn wieder will, logischerweise. Merkwürdige Sache.
Vielleicht hat so'n Gerät doch eine Seele und Olli vom Luft-Buch herumschwärmenfaseln hören. Wer weiss?
Also, ich muss ja mal wirklich gemein herumlästern, das ist zwar sonst nicht so meine Art, aber hier geht es einfach nicht anders. Reiner Selbstschutz, das würde ich als Entschuldigung auf jeden Fall aber gelten lassen.
Kirsten hat dieses Horror-Video zum Blogeintrag gemacht.
Empfehlung: Mit Ton ansehen.
Warnung: Nix für schwache Nerven. Echt fies. FSK 21.
Hoffentlich wird der Comic, den der Lieblingsbruder zum diesjährigen runden Stadtgeburtstag zeichnet, nicht halb so peinlich. Leider durfte ich ihn noch nicht sehen, aber eigentlich vertraue ich dem Lieblingsbruder schon …
(Dieser Absatz hat mit dem Thema eigentlich überhaupt nichts zu tun, aber ich vertraue hauptsächlich darauf, dass Andi nun zum Beweis der Unpeinlichkeit jetzt mal mit dem Comic 'rüberkommt. Nicht, dass ich neugierig wäre. Nein.)
Das glaub ich einfach nicht.
Volle Zustimmung bekommt der Herr Semmel redunzl dafür.
Besonders gelungen finde ich das Tagesschau-Foto, mit Krallenhand und roter Clowns Säufernase.
Es wird nun immer dringlicher, etwas gegen Herrn Schäubles fortgeschrittene Paranioa zu tun, denn diese scheint verantwortlich für die unabwendbare und unmittelbare Gefahr für Leib und Leben Unschuldiger zu sein.
Gestern fand ich ein Schreiben meines Arbeitgebers im Briefkasten, es geht um im wesentlichen um Outsourcing und Leiharbeit. Natürlich wird es so nicht benannt, eher "Umstrukturierung" und "Änderung Ihres Arbeitsverhältnisses". Begonnen wird das Schreiben mit Wie Sie bereits aus der Betriebsversammlung vom 13. Dezember wissen... Hallo? Ich weiss gar nichts. Weder aus einer Betriebsversammlung, an der ich aus Krankheitsgründen (die ich mir auch nicht selbst ausgesucht habe) nicht teilnehmen konnte, noch hat mich irgendjemand, weder Kollegen noch Chefin, über irgendetwas informiert. Nun gut, ich will einfach mal annehmen, dass ich schlicht vergessen wurde. Aus den Augen, aus dem Sinn. Der Schluss des Schreibens ist knapp gehalten Bitte teilen Sie uns auf dem beigelegten Unterschriftsblatt bis zum 16. März 2007 mit, ob Sie mit der Änderung Ihres Arbeitsverhältnisses einverstanden sind.
Was geht denn da ab? Aus welchem Grund werden wir nicht einfach beim bisherigen Arbeitgeber weiterbeschäftigt? Was hat der Arbeitgeber vor, was bezweckt er damit? Ich befinde mich in einer Art Schockstarre und habe seit gestern wieder einen exorbitant erhöhten Blutdruck. Damit steht für mich schon mal fest: Die ganze Sache ist ungesund. Aber wer legt schon Wert auf gesunde und zufriedene Angestellte, wenn er "umstrukturieren" kann?
Mit Herzrasen bin ich heute nacht wach geworden. Nein, ausnahmsweise musste ich nicht das Bad aufsuchen - ich habe von creezys entsetzlichem Bananendilokrok geträumt!
Liebste creezy, dagegen hilft jetzt wohl wirklich nur noch das gemeine und gemeinschaftliche Verspeisen von Bananen matschbrei!
Hier in der Nähe gibt es einen grossen Konzern, der Fortbewegungsmaschinen baut. Diesem Konzern geht es schlecht, darum wurde vor einiger Zeit der halbe Vorstand gegen Menschen ausgetauscht, die überhaupt keine Beziehung zu diesem Betrieb hatten, sich nicht auskannten im Sozialgefüge der Belegschaft. Diese Manager sollen dafür sorgen, dass es dem Konzern finanziell wieder gut geht, sich Sparmassnahmen ausdenken und diese dann umsetzen.
Nun, in einem Zeitungsartikel einer örtlichen Tagesgazette, heisst es:
Mit Blick auf das erste Halbjahr 2006, in dem das operative Ergebnis um fast 50 Prozent auf rund 2 Milliarden Euro gesteigert wurde, schrieb der Finanzvorstand: "Man könnte meinen der Konzern sei aus dem Gröbsten raus. Doch weit gefehlt." Der Konzern brauche auch weiter eine "dramatische Verbesserung der Kostensituation".
Die Fertigungskosten für ein Produkt betragen etwa ein Drittel von dem Preis, zu dem das Produkt verkauft wird. Nur zehn bis fünfzehn Prozent dieser Fertigungskosten sind Personalkosten. Die Teileproduzenten werden von Jahr zu Jahr, von Verhandlungsrunde zu Verhandlungsrunde mehr gedrückt; einige Zulieferer sind aufgrund dieser fatalen Situation schon in Konkurs gegangen.
Anstelle der "aufstrebenden Region", wie es vor einigen Jahren noch hiess - denn immer mehr Zulieferer siedelten sich in der Nähe an und schufen Arbeitsplätze - droht der Stadt und dem Umland ein Ausverkauf. Wer in den Altersruhestand geht wird nicht mehr ersetzt, wer einen recht hoch dotierten Aufhebungsvertrag unterschreibt ebenfalls nicht. Immer weniger Menschen müssen immer mehr Arbeit erledigen, immer länger arbeiten für immer weniger Geld, was letztendlich in der Tasche des kleinen Mannes landet. Die letzte Tarifverhandlungsrunde brachte ein Ergebnis, dass bestenfalls als Hanebüchen zu beschreiben ist. Denn, wie schon erwähnt, die tatsächlichen Personalkosten an der eh sehr preisgünstigen Fertigung betragen nur zehn bis fünfzehn Prozent. Allerdings bekommt der Wasserkopf, also die sogenannten Manager, mal gut das zwanzigfache Jahresgehalt eines einfachen Arbeiters oder Angestellten. Dort könnte man doch die Sparmassnahmen viel besser und einfacher umsetzen.
Als Normalbürger frage ich mich, wie weit es denn noch gehen soll? Sind Masslosigkeit und Gier nicht schon zwei der sieben Todsünden?
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Kommentare
Do, 08.07.2010 16:48
auch dir alles alles G [...]
Do, 08.07.2010 10:23
Auf die Politik ist eb [...]
Di, 06.07.2010 22:12
Ich wünsche dir eine s [...]
Di, 06.07.2010 19:48
Gebloggt hast du, so v [...]
Di, 06.07.2010 12:37
ich wünsche dir ein wu [...]
Sa, 22.05.2010 11:22
Ohja, gestern hatten w [...]
Fr, 21.05.2010 15:41
Heute wurde bei uns ge [...]